SR-Presse-Information 11.03.2008

Festschrift "Rundfunk-Perspektiven" an Fritz Raff überreicht - Ministerpräsident Günther Oettinger: "Staatsfreiheit des Rundfunks sichern" - EMR-Direktor Thomas Kleist: "Fritz Raff ist Medienmensch durch und durch"

Berlin. Unter der Überschrift "Rundfunk-Perspektiven" fand gestern Abend im ARD-Hauptstadtstudio eine medienpolitische Festveranstaltung zu Ehren des ARD-Vorsitzenden und SR-Intendanten Fritz Raff statt. Aus Anlass der Vollendung seines 60. Lebensjahres überreichte das Institut für Europäisches Medienrecht (EMR) dem Jubilar eine Festschrift mit gleichnamigem Titel.

Vor rund 130 Vertretern aus Politik und Medien würdigte Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger Raffs Verdienste um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland und insbesondere um Bestand und Fortentwicklung des Saarländischen Rundfunks. Oettinger plädierte bei dieser Gelegenheit für eine Stärkung des Föderalismus und die Beibehaltung des dualen Systems. Rundfunkpolitik müsse auch in Zukunft Ländersache bleiben. Zugleich sprach er sich für die Staatsfreiheit des Rundfunks aus. Zum aktuellen Verfahren um die Anpassung der Rundfunkgebühren zum 1. Januar 2009 sagte der Ministerpräsident Baden-Württembergs: "Ich gehe davon aus, dass die vorgeschlagene Erhöhung von allen Landtagen abgesegnet wird."

Der Direktor des EMR, Thomas Kleist, stellte die Festschrift und die prominenten Autoren - unter anderem die Ministerpräsidenten Kurt Beck und Peter Müller - sowie ihre Beiträge vor. Das Buch ist im Nomos-Verlag (Baden-Baden) erschienen und spannt einen weiten inhaltlichen Bogen vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk im Zeitalter der Digitalisierung über die Bedeutung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks für Deutschland und Europa bis hin zu Themen der nationalen und europäischen Medienordnung. Kleist würdigte Raff mit den Worten: "Fritz Raff hat wichtige Wegmarken gesetzt und Spuren hinterlassen. Dafür wurde und wird ihm von allen Akteuren im Mediensektor, auch seitens der Politik und der privaten Anbieter, Anerkennung und Respekt zu Teil. Er ist Medienmensch durch und durch."

"Rundfunk-Perspektiven" war auch das Thema einer von Uwe Kammann, Direktor des Adolf-Grimme-Instituts, geleiteten Podiumsdiskussion mit dem Chef der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz, Martin Stadelmaier, dem Präsidenten des VPRT, Jürgen Doetz, dem Direktor der Landesmedienanstalt für Nordrhein-Westfalen, Prof. Dr. Norbert Schneider sowie den Intendanten des ZDF, Prof. Markus Schächter, und des Norddeutschen Rundfunks, Lutz Marmor. Hierbei stand im Mittelpunkt, welche Entwicklung der Rundfunk in einer digitalisierten und zunehmend individualisierten Medienwelt nimmt und wie er sich gegenüber anderen Akteuren behaupten kann. Ferner wurde diskutiert, welche Rahmenbedingungen die Politik insbesondere für die Online-Angebote des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und dessen Finanzierung setzen wird.

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